Als ich mich im 4. Semester um ein Praktikum bemühen durfte, standen für mich 2 Kriterien im Vordergrund:
1. Ich muß ins englischsprachige Ausland um meine Englisch-Kenntnisse aufzubessern!
2. Ich muß die Familientradition weiterführen und zum „Daimler“ gehen (als gebürtiger Sindelfinger gehört sich das so)!
Ich begann einige Kontakte aufzubauen bzw. die bestehenden zu mobilisieren. Zwei Wochen später hatte ich Kontakte in die USA, nach Indien, Südafrika und Malaysia. Kurz darauf stand fest: Die nächsten 6 Monate werde ich in Kuala Lumpur verbringen.
Aufgrund nervenaufreibender Klausurzeit war es leider unmöglich, Info´s über Land und Leute einzuholen, deshalb wurde es ein Flug in eine völlig unbekannte Welt. Der Kulturschock war deftig: Anfangs fast unerträgliche Hitze, die einem jegliche Energie raubt, im Wechselspiel mit klirrender Kälte im Bürogebäude verursacht durch die Klimaanlagen, aufgrund derer einige Meetings verkürzt wurden. Die nächste Herausforderung war es sich an die Essgewohnheiten anzupassen.
Nach vielen verkleckerten Krawatten hatte ich das Essen ausschließlich mit der rechten Hand beinahe perfektioniert, was bei vielen Einheimischen Staunen auslöste.
Oftmals war ich viel zu übermotiviert (besser formuliert: viel zu extrovertiert) im Umgang mit chinesischen und malaiischen Kollegen und missachtete so ziemlich alle Gesetze der interkulturellen Kommunikation. Zum Glück traf ich meistens auf Verständnis, Hilfsbereitschaft und Gnade bei den vielen „Fauxpas“ die ich mir geleistet habe und letztenendes sind die Erfahrungen die ich gesammelt habe unbezahlbar.
Das Geschenk welches mir in Malaysia zuteil wurde, ist die Interkulturelle Kompetenz.
Sie wurde mir von malaiischen Freunden und Kollegen unbewusst antrainiert.


Verfasst von mschurer
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